Auf einen Blick: Neues auf globe-spotting.de
Afrika: Cargill und Gates-Stiftung fördern Soja-Anbau News
China: Livestock industry - the cost of 'Chi hao' English
Agrarkolonialismus: Gates-Stiftung investiert in Monsanto News
Fleisch: Grünland für Vieh und Klima Special
Kommentar: Wo der Brotkorb hängt Comments
Public Water: Das Wasser von Paris ist befreit! News
Grüne Revolution in Afrika
Wo der Brotkorb hängt
Ein Kommentar von Uwe Hoering, 27. August 2010
Anfang September wird in Ghanas Hauptstadt Accra enthüllt werden, wie nicht nur der Hunger in Afrika, sondern die Ernährungskrise überhaupt beendet werden soll: Mit der "Brotkorb-Strategie" will die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) einen Durchbruch bei der landwirtschaftlichen Produktion bringen. Afrikas Kleinbauern werden danach nicht nur den Kontinent ernähren, sondern auch noch Reis exportieren können. Mehr
Landwirtschaft ohne Pflug - Gewinn für die Industrie
Juli 2010: Seit einigen Jahren versuchen Agrokonzerne wie Monsanto, sich mit der Conservation Agriculture, bei der auf mechanische Bodenbearbeitung weitgehend verzichtet wird, ein grünes Image zu geben. Dabei werden sie tatkräftig unterstützt durch scheinbar neutrale Instanzen wie die UN-Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation FAO. Besonders attraktiv an der „erhaltenden Landwirtschaft“: Sie könnte Gensoja zum Klimaretter stilisieren und der Industrie zusätzliche Profite bringen. Mehr
Der Preis für das 'Gute Leben'
Juni 2010: Der Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Gerd Müller, sorgt sich qua Amt nicht nur um die Ernährung der deutschen Verbraucher, sondern auch um das Wohlergehen der Chinesen – und um die heimische Milchwirtschaft, um Tierzüchter und Anlagenbauer. Angesichts des boomenden chinesischen Marktes würden sich für die "hochwertige" und "sichere" deutsche Milch große Chancen eröffnen. In der Tat expandieren in China Nachfrage, industrielle Tierhaltung und in- und ausländische Konzerne. Ein Bericht (pdf-Datei 123 kb) von Uwe Hoering und Susanne Gura.
Siehe auch: globe-spotting-SPECIAL: Ware Fleisch
NEU auf globe-spotting.de: SPECIAL „Ware Fleisch“
Mai 2010: Gammelfleisch, Käfighaltung, Vogel- und Schweinegrippe bringen die industrielle Fleischerzeugung immer wieder in die Schlagzeilen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit blieb dagegen der Transformations- und Konzentrationsprozess, den die Industrie in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Einige wenige Unternehmen kontrollieren inzwischen die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette. Mit dieser Entwicklung und ihren vielfältigen negativen Auswirkungen auf Gesundheit von Mensch und Tier, auf die natürliche Umwelt und die bäuerliche Landwirtschaft wird sich das globe-spotting-SPECIAL „Ware Fleisch“ in den kommenden Monaten beschäftigen. Es wird betreut von Susanne Gura, die seit einigen Jahren die Entwicklung der Tierhaltungsindustrie analysiert. Aktueller Anlass für dieses SPECIAL ist der 9. World Congress on Genetics Applied to Livestock Production (WCGALP) vom 1. bis 6. August 2010 in Leipzig, ein Treffpunkt für Wissenschaftler und Unternehmen aus aller Welt, die an der “genetischen Verbesserung von Nutztieren” arbeiten. Uwe Hoering
Mehr siehe globe-spotting-Themen
Empfehlungen für eine afrikanische Grüne Revolution
30. Mai 2010: Preiswerte Technologien und ein Innovationsschub, der von der bäuerlichen Landwirtschaft selbst ausgeht und vorangetrieben wird, sollen Afrikas Landwirtschaft aus Stagnation und die ländliche Bevölkerung aus Ernährungsunsicherheit und Einkommensarmut befreien. Das empfiehlt die UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in ihrem jüngsten Technology and Innovation Report 2010 – Enhancing Food Security in Africa Through Science, Technology and Innovation. Ein Bericht für Weltwirtschaft & Entwicklung
Nachhaltige Landwirtschaft in China
April 2010: Die Landwirtschaft in China hat unübersehbare Probleme: Boden und Wasser werden durch Agrargifte und Dünger geschädigt und durch Urbanisierung und Erosion knapp. Der Sojaanbau leidet unter Billigimporten. Die Kluft zwischen Stadt und Land wächst. Lebensmittelskandale empören die Bevölkerung. Diese Gefährdung der Ernährungssicherheit und mögliche Lösungen wurden Mitte März bei einem internationalen Workshop in Beijings Renmin-Universität diskutiert. Ein Bericht für das EU-China Civil Society Forum.
Der Beitrag als Download (pdf-Datei 160 kb)
FAO: Chancen und Risiken industrieller Tierhaltung
März 2010: Im Februar veröffentlichte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, FAO, ihren jährlichen Bericht „The State of Food and Agriculture“, mit dem Themenschwerpunkt Tierhaltung („Livestock in the Balance“). Die Kernaussage: Die rasche Transformation und weltweite Industrialisierung der Fleischerzeugung verdrängen immer mehr Hirtenvölker und kleine Betriebe, die Landwirtschaft und Viehhaltung verbinden, und tragen damit zur Verschärfung von Armut und Umweltzerstörungen bei. Eine Zusammenfassung, von Uwe Hoering, als Download (pdf-Datei 102 kb), auch in englisch (pdf-Datei 103 kb).
Reisanbau in China: Uphoffs Hoffnung
März 2010: Weniger Wasser, geringere Kosten, und dennoch hohe Erträge – das sind einige der Vorteile, die ein alternatives Konzept für den Reisanbau (System of Rice Intensification) verspricht. Auch in China stößt es als möglicher Beitrag zur Ernährungssicherheit zunehmend auf Interesse. Norman Uphoff, ein führender Verfechter des Konzepts, hofft auf den Durchbruch für die umweltverträgliche, besonders für kleinbäuerliche Betriebe geeignete Methode.
Mehr siehe Landwirtschaft China
China: Reis aus dem Gentechnik-Labor?
Januar 2010: Sowohl für Chinas Agrarstrategie als auch für die industrielle Aufholjagd spielen Bio- und Gentechnologie eine zentrale Rolle. Befürworter wie Gegner von gentechnisch veränderten Agrarprodukten blicken daher gleichermaßen gespannt auf die Politik der Regierung in Beijing.
Mehr siehe China Landwirtschaft
Rekommunalisierung: First, we retake Paris, ...
Dezember 2009: Das Jahresende könnte für die Privatisierung öffentlicher Dienste eine Wasserscheide werden. Dann läuft nämlich der Vertrag der Stadtverwaltung von Paris mit zwei Tochterunternehmen der Versorgungskonzerne Veolia Environnement und Suez-Lyonnaise des Eaux aus. In Frankreich, Heimat der mächtigsten Global Player im Wasserbereich, könnte dies das Ende der langjährigen profitablen öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) zwischen Kommunen und Konzernen einläuten. Mit der Entscheidung, die Wasserversorgung der Hauptstadt wieder vollständig in öffentliche Regie zu übernehmen, setzt Bürgermeister Bertrand Delanoe ein Wahlversprechen um.
Mehr siehe: Reclaiming Public Water
Blühende Investitionslandschaften
November 2009: Äthiopien ist ein besonders augenfälliges Beispiel für die Problematik der Landnahme durch ausländische Investoren, die seit drei, vier Jahren unter anderem in Afrika verstärkt stattfindet. Die Regierung fördert diesen Prozess intensiv und wird dabei von Gebern wie der Weltbank mit einer exportorientierten Entwicklungsstrategie massiv unterstützt.
Mehr siehe Agrarkolonialismus
Wasserprivatisierung in Manila
Dem neoliberalen Paradigma folgend, wurde in der philippinischen Hauptstadt Manila Ende der 1990er Jahre die städtische Wasserversorgung global operierenden europäischen Konzernen übertragen. Für die Protagonisten der Marktliberalisierung wie die Weltbank ebenso wie für den zivilgesellschaftlichen Widerstand dagegen wurde die philippinische Metropole ein wichtiger Schauplatz der Auseinandersetzung um die globale Privatisierungsstrategie.
Mehr über den Beitrag Wasserprivatisierung in Manila - Ein Globalisierungs-Lehrstück von Uwe Hoering, siehe Privatisierung
China: Grüne Revolution wird grüner
September 2009: Zieht in China eine "organische Agrarrevolution" herauf, wie manche Beobachter meinen? Unbestreitbar ist eine Zertifizierungs-Flut, die den Eindruck erweckt, als sei inzwischen ein Drittel der Anbaufläche ökologische Landwirtschaft. Unbestreitbar auch ein wachsendes Interesse an "grünen" Lebensmitteln. Doch nicht alles, was den Anspruch erhebt, ist auch wirklich "Bio".
Ein Beitrag über die Versuche, den Ruf von Chinas Agrarprodukten aufzupolieren.
Bauernbewegungen in Indien
Die Formel der Welthandelsorganisation WTO von subventionierter Agrarindustrie im Norden und freiem Zugang zu den Agrarmärkten im Süden ist für Kleinbauern existenzbedrohend. Neben dem globalen Kleinbauern-Netzwerk La Via Campesina haben daher in vielen Ländern Bauernbewegungen gegen die agroindustriellen Interessen im eigenen Land und gegen Freihandelsabkommen protestiert. Ein Beispiel ist die Bauernorganisation KRRS in Indien, die gegen neoliberal inspirierte Modernisierungsstrategien in der Landwirtschaft zu Felde zog und eine wichtige Triebkraft einer breiten Allianz gegen die WTO und die Patentierung von Leben wurde.
Mehr zum Beitrag Neue Bauernbewegungen in Indien und die Globalisierung der Agrarindustrie von Uwe Hoering, siehe Agrarkultur
Schlafender Riese oder hässlicher Zwerg?
Awakening Africa's Sleeping Giant – Prospects for Commercial Agriculture in the Guinea Savannah Zone and Beyond, by Michael Morris, Hans P. Binswanger-Mkhize, Derek Byerlee, published June 2009 by World Bank.
August 2009: Die Dimensionen sind wahrlich gigantisch! „Ein gewaltiger Streifen afrikanischer Savanne, der sich durch 25 Länder zieht, hat das Potenzial, mehrere afrikanische Länder zu Global Players bei der Erzeugung agrarischer Massenprodukte zu machen“, heißt es in der Pressemitteilung der UN-Landwirtschaftsorganisation vom 22. Juni 2009. Vier Millionen Quadratkilometer der Guinea-Savanne, eine Fläche elf Mal so groß wie Deutschland, könnten für die kommerzielle Landwirtschaft erschlossen werden, verkündet die FAO, „eine der größten, bislang kaum genutzten Landreserven der Welt“. Rein rechnerisch könnte damit jede zweite afrikanische Familie mit vier Hektar Land versorgt werden – bei entsprechender Unterstützung genug für ein Leben ohne Armut. Doch dazu wird es wohl nicht kommen: Eine Besprechung (pdf-Datei 113 kb)
Wasserprivatisierung in China
Juli 2009: Wenig ist bekannt darüber, was die Wasserkonzerne Suez/Ondeo, Veolia, RWE/Thames Water oder BerlinWasser in China treiben. Proteste wie in Manila, geschweige denn wie in Cochabamba gibt es anscheinend nicht. Zumindest einen ersten Einblick bietet jetzt eine Studie der chinesischen Nichtregierungsorganisation Xinjiang Conservation Fund.
Eine Besprechung gibt es hier
Die neue Landnahme - eine Entwicklungschance?
Juni 2009: Ausländische Investoren zeigen wachsendes Interesse an Land in Afrika, Asien, Lateinamerika und Zentralasien, nicht zuletzt motiviert durch die steigenden Nahrungsmittelpreise und die Nachfrage nach Agrartreibstoffen. Ein Beispiel für dieses „Off shore-farming“, das weltweit Schlagzeilen machte, ist der Vertrag, den Daewoo Logistics aus Südkorea im Juli 2008 mit der Regierung von Madagaskar abschloss. Das Unternehmen wollte 1,3 Mio. Hektar, die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Insel, pachten, um unter anderem Futtermais anzubauen. Internationale Finanz- und Entwicklungsorganisationen wie die Weltbank und die FAO sehen darin Wasser auf die Mühlen ihrer Bemühungen, die Landwirtschaft wieder zum Zugpferd für Wirtschaftswachstum und Entwicklung zu machen, und begrüßen die „Entwicklungschancen“, die diese Investitionen eröffnen würden.
Mehr siehe Agrarkolonialismus
Private Wasserversorger - Geplatzte Träume
April 2009: Die Beteiligung ausländischer Konzerne am städtischen Wassersektor in Metro Manila 1997 galt den Privatisierungsbefürwortern in Industrie und internationalen Entwicklungsorganisationen damals als ein Vorzeigeobjekt. Inzwischen hat der eine der beiden beteiligten Global Player - Suez/Ondeo - das Handtuch geworfen, die zweite "öffentlich-private Partnerschaft" ist weit hinter ihren Versprechungen zurück.
Mehr: Wasser-Privatisierung
Beijing entdeckt die Landwirtschaft
November 2008: Der Zeitpunkt war perfekt gewählt: Mitte Oktober 2008 verabschiedete das Zentralkommitee der Kommunistischen Partei Chinas einen Reformvorschlag, der den Bauern erlaubt, ihre Landnutzungsrechte abzutreten. Während die einen sich davon eine Modernisierung der kleinteiligen Landwirtschaft erwarten, befürchten andere, dass viele Familien dadurch ihr Land verlieren könnten.
Mehr siehe China
Weltentwicklungsbericht 2008
Oktober 2007: Die Zeichen für die Rückkehr der Agrarfrage auf die politische Agenda haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft: Zahllose Strategie- und Politikpapiere internationaler Entwicklungs- und Finanzorganisationen machen Vorschläge für eine Modernisierung der Landwirtschaft. Flaggschiff dieser Wiederentdeckung der Agrarfrage ist der Weltentwicklungsbericht 2008 der Weltbank.
Mehr siehe Agrarkultur